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Lauter schräge Vögel

Das Wohnzimmertheater präsentiert in der "Schräg of 2002"-Show musikalische und verbale Talente.

VON MARIANNE KOLARIK

Mit einer Schildkröte auf dem Kopf, der Trommel in der einen und einer Trompete in der anderen Hand zieht "Meister Ebasa" und sein "Orchester der Liebe" durch die Zuschauerreihen auf die Bühne, holt eine Blockflöte aus dem schwarzen Jackett und stimmt "Ein bisschen Frieden" an. Womit gleich auch das Konzept der vier Musiker klar wird: ein bisschen Schlager, viel Spielfreude und eine breite Palette an Ausdrucksformen.

Ob Jazz oder Werbesound, Alphorn-Klänge oder Rock-Rhythmus - das Quartett beherrscht tatsächlich alles - mit souveräner Leichtigkeit führt es als Ersatz-Moderator durch den Abend. Bombastische Intros ebnen den Comedians den Weg, als gelte es den Fernsehshows am Samstagabend Konkurrenz zu machen. (....)

 


Show der schrägen Vögel lässt Comedy-Freunde staunen

Von Telis Koukoullis

(....) Selbstredend, dass an so einem Abend die musikalische Begleitung ebenfalls nicht normal sein konnte. Das „Orchester der Liebe“ ließ ein um das andere Mal verblüffte Gesichter zurück, wenn es „Ein bisschen Frieden“ unglaublich virtuos mit einer Blockflöte oder „Dschingis Kahn“ mit dem Alphorn interpretierte. (....)
Das sehr gut gefüllte Gloria Theater erlebte tolle Künstler und eine bunte Show mit Artistik, Musik und Kabarett.

 



In der Sensenfabrik

Jazz und Schlager gekonnt gemixt

jz - Es ist furchtbar, aber es geht. Das mag mancher gedacht haben, der am Freitagabend in der Schlebuscher Sensenfabrik war. Dort hatte sich die Jazzparade angekündigt, eine gemeinsame Initiative von drei Bands, die, so sagte es Marion Radtke von "Radio Radtke" anfangs, "beweisen wollen, dass Schlager und Jazz schon immer zusammen gehörten."

Butterweiche Trompete

Schon nach dem ersten Song - Rudi Carrells "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" im modernen Jazz-Gewand mit einer butterweichen Trompete als melodieführendes Instrument - war klar, dass das Orchester der Liebe die Grenzen des guten Geschmacks schwungvoll überschreiten würde. Und zwar mit Absicht und sichtbarem Spaß am Trash.

Ob "Dschingis-Khan" auf dem Schweizer Alphorn oder ein gut abgehangenes Blockflötensolo: ebasa, Frontmann des Orchesters, konnte das Publikum in der Sense am Freitagabend mit seinen Allround-Qualitäten begeistern. Eindeutiger Höhepunkt: Nicoles "Ein bisschen Frieden" geriet in ebasas Rezitation zu "deutscher Lyrik" und führte sich damit selbst ad absurdum. (....)

Der Jazzparade, mit freundlichem Applaus bedacht, war die Gratwanderung zwischen Klamauk und Musikalität gelungen.

 

 

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